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von Admin

Sucht im Klassenraum: Was wir aus echten Geschichten lernen

Im Rahmen des schulischen Drogenpräventionsprogramms besuchten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen am 18.3.2026 das Requisit‑Theater im Yellow. Der Beginn war ein lockeres Impro‑Theater, das viele zum Lachen brachte. Durch spontane Rollenwechsel und witzige Szenen entstand sofort eine offene Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlten. Dieser humorvolle Einstieg bereitete die Gruppe darauf vor, sich später mit ernsten Themen auseinanderzusetzen.

Begegnung mit einem ehemaligen Suchtkranken und persönliche Schilderungen

Im Hauptteil des Workshops traf die Klasse ehemalige Suchtkranke, die seit ihrer Entgiftung trocken sind. Sie erzählten aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, den Suchtpegel zu halten und wie schnell man wieder in alte Muster zurückfallen kann. Dabei sprachen sie über die vielen verschiedenen Formen von Süchten – von Alkohol und Cannabis bis hin zu harten Drogen – und erklärten, dass zunächst alles harmlos erscheint, sich dann aber immer weiter ausbreitet. Besonders eindrücklich war die Schilderung eines Leiters, der berichtete, dass er in seiner tiefsten Suchtphase in Wohnungen eingebrochen war und sogar seiner eigenen Mutter Geld gestohlen hatte. Diese persönliche Geschichte zeigte, wie stark die Sucht das Urteilsvermögen und das moralische Handeln beeinträchtigen kann. Die Lehrkräfte erhielten zudem einen Überblick über die typischen Phasen einer Suchterkrankung, von den ersten Experimenten über die Abhängigkeit bis hin zum Entzug und zur langfristigen Erholung. Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu, stellten viele Fragen und wurden durch die authentischen Erzählungen tief berührt.

Die Rückmeldungen der Jahrgangsstufe waren eindeutig:

    • Ehrlich – die Geschichten des Suchtkranken waren unverblümt und authentisch.
    • Lustig & spannend – die Impro‑Einlagen lockerten die Stimmung.
    • Krass & traurig – besonders die Schilderungen von Überdosierungen, riskanten Fluchten (z. B. ein Sprung aus dem Fenster) und Einbruch hinterließen einen bleibenden Eindruck.
    • Informativ – die Vielfalt der Suchtformen und die Wege aus der Abhängigkeit wurden klar dargestellt.

Ein Schüler fasste zusammen: „Dieses Präventionsprogramm lohnt sich. Wir sehen jetzt, wie schnell man schon in jungen Jahren (12 Jahre Rauchen, 14 Jahre Kiffen, 16 Jahre Heroin) in die Sucht abrutschen kann.“ Durch die Kombination aus humorvollem Einstieg, persönlichen Schilderungen und fachlicher Aufbereitung hat das Projekt das Problembewusstsein nachhaltig geschärft.

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