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von Admin

Philosophiekurs 11 mach Exkursion zum Kloster Jakobsberg

Ehrlich gesagt: Als wir am 8. Mai morgens auf dem Klostergelände ankamen, hatten die meisten von uns gestresst von der Klausurphase keine so große Erwartungshaltung. Eine Exkursion nach Ockenheim auf den Jakobsberg? Das klang erst mal nach viel Kloster, viel Geschichte und vielleicht ein bisschen langweilig. Dass wir dort einen der intensivsten Philosophietage des Jahres erleben würden, hätte wohl niemand von uns gedacht.

Das Kloster auf dem Jakobsberg war definitiv die perfekte Location. Statt uns im Klassenzimmer über trockene Texte zu beugen, konnten wir uns während der Arbeit in Kleingruppen im Garten oder auf den Wiesen mit Blick über die Weinberge verteilen. Die Atmosphäre dort hat irgendwie automatisch dazu beigetragen, dass die Gespräche noch viel philosophisch intensiver waren als sonst am Freitagnachmittag im Philosophiekurs JG 11.

Im Mittelpunkt stand für uns diesmal die Frage nach "Identität", wie sich philosophische Konzepte dazu von Paul Sarte, Erik H. Erikson, und Erich Fromm auf uns übertragen lassen. Wir haben uns nicht nur mit Theorien beschäftigt, sondern intensiv persönlich diskutiert: Was bedeutet es Erwachsen zu werden? Wie geht man mit Adoleszenz um? Und was hat das alles mit uns als Jugendlichen in der heutigen Welt zu tun?

Besonders cool war, dass wir die Pause zwischen den Arbeitsphasen genutzt haben, um einfach zwischen den Weinbergen auf einer Wiese vom Kloster Badminton zu spielen als eine Gemeinschaft. Oft sind die besten Erkenntnisse ja nicht die, die man sich erarbeitet hat, sondern die, die einem beim Entspannen plötzlich klar werden. Wir haben gemerkt, dass Philosophie gar nicht so abstrakt ist, wenn man sie mal an einem Ort wie diesem diskutiert.

Am Nachmittag haben wir in Kleingruppen unsere eigenen Thesen entwickelt und präsentiert. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir alle die gleichen Themen sehen. Zum Text von Erich Fromm über "Haben oder Sein" gab es eine hitzige Debatte in zwei sich gegenüberstehenden Gruppen, eine, die das "Haben-Ich" vertrat und eine das "Sein-Ich". Bei all diesen intensiven Diskussionen um den eigenen Standpunkt gab es auch Momente, in denen man einfach mal zugehört hat, um den anderen Standpunkt wirklich zu verstehen. Genau darum geht es ja beim Philosophieren, um im Dialog zu eigenen Erkenntnissen zu kommen!

Gegen Ende des Tages saßen wir alle noch einmal zusammen und haben reflektiert. Viele von uns haben gesagt, dass sie früher Philosophie eher als "Schulfach" gesehen haben, bei dem man halt Argumente der Autoren nachvollzieht und auswendig lernt. Nach dem 8. Mai in Ockenheim ist das Bild ein anderes. Es geht um Haltung. Es geht darum, wie man leben will.

Fazit: Die Exkursion war anstrengend, aber sie hat sich total gelohnt. Es war gut, mal rauszukommen, den Kopf frei zu bekommen und zu merken, dass Lernen auch Spaß machen kann, wenn der Ort und die Gemeinschaft stimmen. Danke an die Begleitung der beiden Lehrerinnen, Frau Dr. Kubitza und Frau Bremer, die dies möglich gemacht haben!
Paul Slezak (11 P5)

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