INTEGRIERTE GESAMTSCHULE KURT SCHUMACHER INGELHEIM UNESCO PROJEKT SCHULE

Qualitätsprogramm 2003

Dies ist die erste Fassung eines Qualitätsprogramms für unsere Schule. In den beiden Jahren der Gültigkeit haben sich Schwerpunkte verschoben, neue kamen hinzu. (siehe QP 2005). Das Qualitätprogramm als PDF

Als vor 11 Jahren gegründete Schule verfügt die IGS Kurt Schumacher über ein Konzept, das die Grundlage ihres Qualitätsprogramms darstellt.

Organisations- und Planungsfelder zur Umsetzung

  1. Offenes Lernen (OL)
  2. Beteiligung am PSE-Programm
  3. Pflichtfach Arbeitslehre (Berufswahlunterricht ,BORIS/NetReg)
  4. Leistungsdifferenzierung und Fördermaßnahmen
  5. Wahlpflichtfächer
  6. Oberstufe
  7. Konfliktbewältigung – Friedenserziehung
  8. Ästhetisch-musischer Schwerpunkt
  9. Lesekompetenz
  10. Naturwissenschaftlicher Schwerpunkt
  11. Politik und Gesellschaft
  12. Schule und Eltern

Kursiv gedruckte Absätze enthalten Zielformulierungen zu den jeweiligen Punkten.

1. Das Offene Lernen (OL)

Bei OL handelt es sich um Stunden, die von den Klassenleitern (Tutoren) gehalten werden, in den Klassen 5 und 6 je drei Stunden in Doppelbesetzung, in 7 zwei Stunden doppelt und eine einzeln besetzt. Ab Klasse 8 reduzieren sich Stundenzahl und Doppelbesetzung sukzessiv bis hin zu einer Stunde beim verbliebenen Tutor in Klasse 10.

Die für OL genutzten Stunden wurden von verschiedenen Fächern zur Verfügung gestellt, z.B. Sport, Gesellschaftslehre und einzelnen Hauptfächern. Diese hatten dadurch die Möglichkeit, im Rahmen von Fächer verbindenden, Projekt orientierten Arbeitsphasen Fachinhalte im Rahmen von OL bearbeiten zu lassen.

Die Doppelbesetzung in den unteren Klassen erlaubt eine Aufteilung in Kleingruppen ebenso wie die Förderung einzelner Kinder. Ein wesentlicher Schwerpunkt in OL ist der Klassenrat, in dem die Schülerinnen und Schüler lernen, Probleme und Konflikte an zu sprechen und zu lösen.
Tendenzen von außen (z.B. Pisa, Vereinheitlichung der Abschlüsse) führten ebenso zu Veränderungen und Aktualisierungen wie schulinterne Faktoren (z.B. Änderung der Stundentafel, Koordination mit dem PSE-Programm).

Eine Revision in den kommenden Jahren steht an, denn

  • die beteiligten Hauptfächer nutzen ihre in OL eingebrachte Stunde wieder für Fachunterricht, (Abschlüsse!)
  • die OL-Arbeit soll in den Jahrgangsstufen 5-7 intensiviert werden, in 8-10 sollen als Ersatz für den entfallenden Teil der OL-Stunden verstärkt Fächer verbindende Projekte Raum finden.

2. Beteiligung am PSE-Programm

Bedingt durch die Vorgaben des OL-Planes (siehe Anhang) nahmen seit Gründung der Schule im Jahr 1992 viele Lehrkräfte an Fortbildungsmaßnahmen teil. Auf der Basis der insbesondere von Dr. Heinz Klippert (EFWI) vermittelten Kenntnisse in den Bereichen Arbeitstechniken, Methoden, Teamentwicklung und Kommunikation werden die Schülerinnen und Schüler Konzept gemäß zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten hin geführt.

Die Beteiligung am PSE-Programm seit 2001 rundete die schulinterne Entwicklung ab, nachdem bereits im Jahr 2000 erstmals für alle Jahrgänge der Schule zeitgleiche Trainingstage durchgeführt wurden, in denen jahrgangsspezifische Methoden vermittelt werden, z.B. grundlegende Arbeitstechniken in Klasse 5, Teamentwicklung in 6 und 11 oder Kommunikationstechniken in Jahrgang 8 in Verbindung mit Praktikum und Bewerbungsprozessen. In OL und im Fachunterricht werden diese Methoden und Techniken dann weiter geübt und gefestigt.

Rund 30 Lehrkräfte beteiligten sich an Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen des PSE-Programms.

Der Aufbau einer effizienten schulinternen Workshop-Kultur sowie die endgültige Fertigstellung der Trainingsmaterialien sind eine große Herausforderung für die kommenden Jahre.

3. Das Pflichtfach Arbeitslehre (AL)

In der 7. Klasse werden alle Schülerinnen und Schüler vertraut gemacht mit Familienhauswesen und Holztechnik, beide praktische Bereiche ergänzt von der Theorie, d.h., den Grundlagen der Wirtschaftslehre.

In der 8.Klasse findet der Berufswahlunterricht statt, der in ein Praktikum im 2.Halbjahr mündet. Theoretischer Schwerpunkt ist „Der Mensch im Betrieb“. Die Erstellung eines umfassenden Praktikumsberichts sowie die Gestaltung einer großen Ausstellung, in der alle Schülerinnen und Schüler ihren Beruf vorstellen stellen große Anforderungen und zeigen deutlich die bereits in OL
und den Trainingstagen erworbenen Kompetenzen.

Für die Jugendlichen, die aufgrund schwacher schulischer Leistungen voraussichtlich Probleme mit dem Schulabschluss bzw. beim Übergang in ein Ausbildungsverhältnis haben werden, bieten wir eine Unterstützung an, die BORIS-AG.

Seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 gehört die IGS Kurt Schumacher zum Kreis der BORIS/NetReg-Schulen in Rheinland-Pfalz. Unser Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Bereich Berufswahlunterricht und Förderung von Jugendlichen, für die es Probleme beim Abschluss und mit dem Eintritt in ein Ausbildungsverhältnis geben kann. Im Rahmen einer AG (siehe) werden
interessierte Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert.

Der Aufbau von Patenschaften, bei denen Unternehmen einzelne Jugendliche aus dieser Gruppe unterstützen (z.B. durch zusätzliche Praktika, Betreuung bei Hausaufgaben durch Mitarbeiter, Integration in Arbeitsabläufe und soziale Struktur des Unternehmens), wird seitens der betreuenden Lehrkräfte angestrebt.

Mit dem Arbeitsschwerpunkt „Wirtschaftspolitik“ in Klasse 9 endet das Fach AL und hat bis dahin zu einer recht umfangreichen ökonomischen Grundbildung für alle beigetragen.

4. Leistungsdifferenzierung und Fördermaßnahmen

Förderung gibt es in vielfältiger Ausprägung.

Genannt seien Doppel-Tutorenschaft und damit verbunden Doppelbesetzung in OL-Stunden, Doppelbesetzungen in NaWi Kl.5/6, AL Kl.7 und weiteren Fächern (je nach verfügbaren Lehrerstunden) oder auch Stütz-Lift-Kurse für Schülerinnen und Schüler, denen die Rückstufung in ein niedrigeres Kursniveau droht oder die Möglichkeit des Aufsteigens eröffnet wird.

Hier bedarf es einer Änderung der Struktur und der Inhalte. Flexibler angesprochene Zielgruppen oder auch zeitlich befristete Teilnahme könnten Ansätze sein.

Selbst die äußere Differenzierung stellt eine Fördermaßnahme dar, weil durch drei im Regelfall kleinere Lerngruppen, die jeweils aus zwei Parallelklassen gebildet werden, eine bessere Unterrichts- und Lernsituation entsteht – zumal die Kurs-Schüler leistungshomogener sind.

Die Dreierdifferenzierung greift bis auf das Fach Deutsch (Zweierdifferenzierung in Jahrgang 7 und 8) in Mathematik und Englisch schon ab Klasse 7 sowie auch in Deutsch und den Fächern Biologie, Physik und Chemie ab Klasse 9.

Ebenfalls auf zwei Leistungsniveaus (E1- und E2-Kurs) läuft das WPF Französisch, wenn zwei Parallelkurse von der Einwahl möglich sind.

5. Wahlpflichtfächer (WPF)

Im Angebot ab Klasse 7 befinden sich die sechs WPF Latein (E2-Niveau), Französisch (E2- und ggf. E1-Niveau), Angewandte Kunst (AKu), CIT (Computerunterstützte Informationstechnologie), Ökologie (Öko) und Darstellendes Spiel (DS). In sieben Kursen können sich durchschnittlich je 17 Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen entsprechend entwickeln.

Beim Übergang von Klasse 9 nach 10 werden aus AKu, Öko und DS mit den verbleibenden Schülerinnen und Schülern zwei Kurse gebildet („DSAK“, „ÖKu“).

6. Oberstufe der IGS als „Profiloberstufe”

In der MSS gibt es normalerweise wegen der verschiedenen Fächerkombinationen keine Klassen mehr, die ein gemeinsames Stundenraster haben. Die Kombinationsmöglichkeiten sinken naturgemäß mit der Größe der Oberstufe, da die Kurse über eine gewisse Mindestschülerzahl verfügen müssen.

Die IGS Ingelheim macht aus dieser Not eine Tugend. Es werden derzeit drei sinnvolle Fächerkombinationen (=Profile) vorgegeben. In einem Profil wird eine feste Lerngruppe für zwei Leistungsfächer und ein Grundfach gebildet, die 14 Stunden Unterricht pro Woche gemeinsam hat. In den übrigen Stunden „vermischen” sich dann die Schülerinnen und Schüler einer Profilgruppe mit denen der anderen Gruppen, um die frei gewählten Leistungs- und Grundfächer zu besuchen.

Durch diese Vorgehensweise erreichen wir entgegen der an Oberstufen sonst üblichen Zersplitterung, dass die Profilgruppen über viele Wochenstunden zusammenbleiben. Damit entsteht eine Situation, in der wir zwischen den Profil gebundenen Fächern übergreifend und Projekt orientiert arbeiten können. Hinzu kommt der Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler in ihren Profilgruppen in weiten Bereichen ihres Wochenablaufs einen festen Zusammenhalt aufbauen können. Dadurch fühlen sich unsere Oberstufenschüler wohler in der Schule, was sich auch auf ihren Lernerfolg positiv auswirkt.

Jede Profilgruppe wird von einem Tutor betreut. In diesem Rahmen eröffnet sich die Möglichkeit, Schlüsselqualifikationen zu erwerben, die in unserer Gesellschaft eine wesentliche Rolle spielen: Methodentraining, Beschäftigung mit modernen Kommunikationsmedien, Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen, selbstständige Arbeit in Fächer übergreifenden Projekten, Erstellen von Präsentationen. So werden unsere Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise auf Studium und Beruf vorbereitet.

Die IGS Ingelheim bietet ihren Schülern drei Profile an:

  • Ökologie (Leistungskurse: Biologie, Erdkunde; Grundkurs: Chemie)
  • Technik (Leistungskurse: Mathematik und Physik; Grundkurs: Gemeinschaftskunde)
  • Kultur (Leistungskurse: Deutsch und Geschichte; Grundkurs: Bildende Kunst)

Ein dritter Leistungskurs wird frei gewählt. Möglich ist die Wahl der Leistungskurse Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik, Biologie. Ebenfalls frei gewählt werden die entsprechenden Grundkurse. „Frei” bedeutet, dass die Wahl den MSS-Bestimmungen entsprechen muss. Als besonderes Grundfach wird Informatik angeboten.

Jährlich stattfindende Profil-Projekt-Tage, Integrationstage und Unterrichtskonzepte zur Angleichung der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sowie Berufspraktika in Jahrgang 11 oder auch
Vermittlung von Kenntnissen im Bereich Management Lernen ergänzen unser schulisches Angebot.

Die Anfertigung von Besonderen Lernleistungen sowie die Teilnahme an Fachleistungswettbewerben sind uns wichtig für die Förderung unserer Schülerinnen und Schüler.

Beteiligung an der Erprobung des Konzepts „LETS GO“

„LETS GO“ bedeutet: Lernfelder zum Training von Schlüsselquaölifikationen in der Gymnasialen Oberstufe (ehemals Managementlernen in der Gymnasialen Oberstufe). Die IGS Kurt Schumacher ist eine von zwölf an der Erprobung beteiligten Schulen.

Das im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung erarbeitete Konzept versucht den veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, indem insbesondere die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen.

Die in der Sek I erworbenen Schlüsselqualifikationen (siehe „1.OL“ und „2. Beteiligung am PSE-Programm“) sollen in der MSS vertieft und erweitert werden, speziell im Bereich der Nutzung und Anwendung neuer Medien.

Das Konzept umfasst die Lernfelder

  1. Kommunikation und Teambildung
  2. Lerntechniken in Verbindung mit PC/Internet
  3. Präsentation, Visualisierung und Moderation
  4. Wege ins Beschäftigungssystem
  5. Grundlagen des Managements.

An unserer Schule werden die Lernfelder 1 und 3 sowie Teile der Lernfelder 2 und 4 im Rahmen der Trainingstage (siehe „2. Beteiligung am PSE-Programm“ ), des berufsvorbereitenden Unterrichts, des Praktikums in Jahrgang 11 und der Präsentation der Praktikumsergebnisse umgesetzt.

7. Konfliktbewältigung – Friedenserziehung

„Umgang mit sich selbst – Umgang mit dem Gegenüber“

Offenes Lernen        (OL)
Zum grundlegenden Schulkonzept gehört, dass im Rahmen von OL der Klassenrat eine Institution ist, in der die Kinder lernen, auftretende Konflikte anzusprechen und auf vollständige Weise zu lösen. Wichtiges Ziel ist, dass die Kinder unter Anleitung der (beiden) Tutoren befähigt werden, ihre sozialen Prozesse zunehmend selbst zu steuern.

Streitschlichter
Ergänzend zu den Lernmöglichkeiten im Klassenrat haben wir begonnen, allmählich ein Streitschlichterkonzept Wirklichkeit werden zu lassen. Vorarbeiten laufen in dieser Richtung in Religionsunterrichten. Vier Lehrkräfte sind zudem in eine diesbezügliche Ausbildung eingetreten. Sie werden später als schulinterne Fortbilder für die Jahrgangsteams 5 und 6 in OL phasenweise hinzu treten.
Langfristig zielen wir an, dass auf jeder Jahrgangsstufe mindestens vier Schülerinnen und Schüler als ausgebildete Streitschlichter zur Verfügung stehen.

Multiplikatoren zur Drogenprävention
Wir haben ein Multiplikatorennetz in der Sek I. Die dreitägigen Ausgangsschulung soll durch Begleitkurse ergänzt werden. Die Multiplikatoren stellen sich in allen Jahrgängen vor und sind für alle ansprechbar. Die betreuende Lehrkraft geht selbst in „Problemklassen“, wenn ihr die Multiplikatoren signalisieren, dass ihnen das nötig erscheint.
Die Betreuungslehrkraft wie auch alle Multiplikatoren sind in der Unterrichtsreihe „Drogenprävention“ in Klasse 7 verstärkt eingebunden.

Ruheraum
Die Betreuungslehrerin hat mit den Multiplikatoren einen Ruheraum eingerichtet, der allen Religionsunterrichten für Meditationsübungen zur Verfügung steht und der in den großen Pausen zudem von allen überhaupt Interessierten aufgesucht werden kann. Aufsicht führen die Multiplikatoren. An einem Wochentag hält die Betreuungslehrerin besondere Entspannungsübungen ab.

De-Eskalations-Training
Alle 9. Klassen nehmen an einem anderthalbtägigen De-Eskalations-Training in der VHS der Stadt Ingelheim teil. Unter professioneller Anleitung machen sich die Jugendlichen ihre eigenen Reaktionsmuster in Konflikten bewusster. Sie verbessern ihre Selbst- wie ihre Fremd-Einschätzung. Sie entwickeln eine größere Ich-Stärke, um in Konflikten nicht aus Schwäche falsch zu reagieren.
In Rollenspielen erfahren sie kontrastiv negative Lösungsversuche wie auch zielgerichtet positive Muster.

Anti-Gewalt-und Rassismus-AG
Ein Vertreter des Schulelternbeirates hat eine AG aus Jugendlichen der höheren Sek I-Klassen und der Oberstufe ins Leben gerufen, die sich mit Phänomenen der Gewalt und des Rassismus auf der Ebene der privaten Lebenswelt, der Schule und der Gesellschaft auseinander setzt. Ihr Engagement hat inzwischen schon derart Früchte getragen, dass wir die Bedingungen erfüllt haben für zur Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ durch die Verein „Aktion Courage e. V.“ führten.

8. Ästhetisch-musischer Schwerpunkt

Der musisch-kreative Bereich spielt eine bedeutende Rolle. Theater- und Musicalgruppen, ständig wechselnde Ausstellungen, Kunst am Bau sind hier zu ebenso zu nennen wie eine Bläsergruppe, die Schulband, sowie die  Streicherklassen (5./6.Klasse), in denen rd. 20 Kinder je Jahrgang während  des regulären Musikunterrichts in der Gemeinschaft mit anderen  „Instrumentalisten“ ein Streichinstrument erlernen können. Ergänzend zum  regelmäßigen Instrumentalunterricht am Nachmittag an der Musikschule des  Weiterbildungszentrums Ingelheim erleben die Kinder von Anfang an das  Gemeinschaftsgefühl des miteinander Musizierens in der Schule. Die Instrumente stellt die Schule zur Verfügung, einzig die Kosten für eine Versicherung der Instrumente sind von den Eltern zu übernehmen.

Das Orchester bietet dann ab Klasse 7 die Möglichkeit, die erworbenen Fähigkeiten anzuwenden und weiter zu entwickeln. Regelmäßige Proben und eine Orchesterfreizeit stärken das Gemeinschaftsgefühl und die Freude am Musizieren. Höhepunkte sind die jährlichen Konzerte -auch außerhalb der Schule- und die Mitwirkung an unterschiedlichsten Schulveranstaltungen.

Im Fachbereich Bildende Kunst wird ein weites Spektrum an handwerklichen und künstlerischen Techniken bearbeitet. Die Schülerarbeiten entstehen sowohl im herkömmlichen Kunstunterricht als auch im WPF „Angewandte Kunst (AKu)“ und in den Arbeitsgemeinschaften.

Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken aus der Haus eigenen Druckerei, Gebrauchsgegenstände aus Holz, Metall, Stoff und Keramik sowie Plastiken und Objektkunst werden in unserer Schulgalerie über das ganze Schuljahr hinweg und bei vielen Gelegenheiten auch außerschulisch präsentiert. Eine umfassende Jahresausstellung der Oberstufenkurse mit Vernissage bildet dabei den jährlichen Höhepunkt.
Eine neue Abteilung für Fotobearbeitung und digitalen Videofilm ist seit Neuestem Bestandteil unserer visuellen Erziehung in Sek I und Sek II.

Regelmäßige Theater- und Musicalaufführungen prägen seit der Gründung das Bild der IGS Kurt Schumacher. Dabei ist besonders die intensive Kooperation der verschiedenen an diesen Produktionen beteiligten Arbeitsgemeinschaften hervorzuheben (Theatergruppen, Chor, Orchester, Schulband, Bläser, Bühnenbildner, Technik etc.). Fester Bestandteil dieses Bereichs sind die Gruppen der Englischen Theater AG, die auch bereits bei den Landesschultheatertagen vertreten war.

Das neue WPF „Darstellendes Spiel“ soll den Schülerinnen und Schülern neben Spielfreude und –fähigkeit auch persönlichkeitsbildende Schlüsselqualifikationen vermitteln, deren Anwendung in Aufführungen in kleinerem oder größerem Rahmen münden.

9. Lesekompetenz

Besonders in der Orientierungsstufe wird Wert gelegt auf Klassenbibliotheken und den Einsatz von Ganzschriften bei der Bearbeitung von Projektthemen. Textarbeit ist einer der Bausteine des Klippert’schen Trainings an unserer Schule und wird im Fachunterricht intensiv geübt und angewendet.

Unsere seit Jahren gewachsene Präsenz- und Leihbibliothek mit zurzeit rund 12.000 Büchern wird von den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften bereitwillig und intensiv genutzt.

Teilnahme an Lesewettbewerben, diverse Lesenächte und Autorenlesungen sind weitere Aktionen, die das Lesen anregen und fördern sollen.

10. Naturwissenschaftlicher Schwerpunkt

Die IGS Kurt Schumacher verfügt über eine gute naturwissenschaftliche Ausstattung. Darüber hinaus sollte sich ein naturwissenschaftliches Profil durch Zugeständnisse an die naturwissenschaftlichen Fächer im Rahmen der Unterrichtsorganisation der Schule auszeichnen.

Die sind im Einzelnen:

  • Biologie/Physik und Chemie werden in der Orientierungsstufe in halben Klassen unter der Bezeichnung NaWi (Naturwissenschaftlicher Unterricht) unterrichtet. Dies erlaubt eine stärker experimentelle Vorgehensweise. Eine naturwissenschaftliche AG erweitert das Angebot.
  • Ab Klasse 7 gibt es die Wahlpflichtfächer Ökologie und CIT
  • In Klasse 8 gibt es nach Möglichkeit eine Doppelbesetzung in einem der Fächer Biologie, Physik oder Chemie.
  • In Klasse 9 (Dreierdifferenzierung) und 10 (Zweierdifferenzierung) werden diese Fächer ebenso wie die Hauptfächer in leistungshomogenen Kursen unterrichtet
  • In der Profiloberstufe (MSS) gibt es die naturwissenschaftlichen Profile „Ökologie“ und „Technik“ (= feste Kombination von 2 LKs und einem GK) mit dem Ziel des Fächer übergreifenden Unterrichts in fester Schülerzusammensetzung, v.a. auch während Profiltagen und im Rahmen von Exkursionen.
  • Öffnung der Schule im naturwissenschaftlichen Bereich durch Betreuung von Facharbeiten/Besonderen Lernleistungen in Zusammenarbeit mit externen Partnern.

In Planung:

  • Erweiterung des AG-Angebots
  • Etablierung eines Wahlfaches (2-std.) „SchülerInnen experimentieren“ in den Klassenstufen 9 und 10
  • Zusammenarbeit der Schüler des Wahfaches mit Schülern der MSS
  • Betonung des Anreizes zur Teilnahme an naturwissenschaftlichen Wettbewerben
  • Energiesparprojekt „fifty-fifty“
  • Nutzung der Solaranlage (Software zur Auswertung der Daten)

11. Politik und Gesellschaft

Europa-Seminar des Jahrgangs 10

Der Fachbereich Gesellschaftslehre möchte unsere Schülerinnen und Schüler durch das im Rahmenplan vorgesehene Thema Europa die Ziele europäischer Politik nahebringen und ihnen damit einen Anstoß zu einer Definition als junge Europäer geben. Um diesem Ziel einen besonderen Stellenwert einzuräumen, führen wir gemeinsam mit dem Europahaus in Bad Marienberg mit allen vier 10. Klassen ein verbindliches Seminar zum Thema „Unsere Zukunft in Europa“ durch. In der Vermittlung inhaltlicher Themen legen wir Wert darauf, dass die Methoden selbstständigen Lernens, der musisch-künstlerischen Bildung und der Präsentationstechniken hier noch einmal angewandt, vertieft und erweitert werden.

Die verschiedenen Methoden spiegeln sich auch im Ablauf wieder. Im Folgenden sei als Beispiel das Programm von 2003 aufgeführt:

Methode Stationenlernen: Basiswissen Europa

  • Internet-Rallye: Europäische Institutionen
  • Video-Film: Aktuelle Außenpolitik
  • Text-Recherche: Agenda 2000
  • Diskussionsrunde:Osterweiterung

Methode Planspiel: EU-Außenpolitik – Irakkrieg und der Nahe Osten

  • Wirtschaftliche und pol. Verflechtungen der EU mit dem Nahen Osten
  • Unterschiedliche Standpunkte europäischer Länder
  • Verhandlungssituationen erkennen
  • Kompromisse schließen
  • Entscheidungen treffen
  • Erfahrungen als „Politiker“ auswerten

Methode Workshop: Die Zukunft Europas

  • Video:       Eigene politische Sendung (Tagesschau oder Magazin)
  • Zeitung: Artikel über Themen des Seminar mit allen Rubriken
  • Collage: Kreatives Umsetzen von politischen Wünschen und Hoffnungen
  • Lebendige Präsentation der Ergebnisse im Plenum

In den vergangenen zwei Jahren hat dieses Seminar bei allen Beteiligten großen Anklang gefunden, weil das Thema Europa inhaltlich so kompakt und von den Schülerinnen und Schülern selbständig in Seminarform nur im Europahaus selbst erarbeitet werden kann.

12. Schule und Eltern – Information, Kommunikation, Kooperation

In der 3.Klasse der Grundschule werden die Eltern des schulischen Einzugsgebietes erstmals über Gesamtschule und besonders die IGS Kurt Schumacher informiert.

Vor Beginn des Aufnahmeverfahrens haben interessierte Eltern die Möglichkeit, die Informationsabende sowie den Tag der offenen Tür unserer Schule für die Schullaufbahnentscheidung für ihre Kinder zu nutzen.

Elternbriefe der Schulleitung, Informationen durch die Tutoren, Klassenelternversammlungen und SEB-Veranstaltungen sind weitere Instrumente der
Informationsweitergabe.

Zum Ende der Klasse 6 müssen Eltern eine Entscheidung treffen bzgl. der Wahl eines Wahlpflichtfaches. Umfangreiche schriftliche und mündliche Informationen sowie Jahrgangselternabend und Beratung/Hilfe durch Tutoren und Fachlehrkräfte tragen zur meist richtigen Entscheidung bei. Auch über die äußere Differenzierung nach Leistung erfahren die Eltern alles Wesentliche.

Gleiches gilt für die Veränderungen beim Übergang von Klasse 8 nach 9.

Durch einen Jahrgangselternabend sowie umfangreiche schriftliche Übersichten werden den Eltern alle wichtigen Punkte mitgeteilt und Fragen geklärt.

In der MSS setzt sich diese Struktur fort, dort allerdings oft nicht mehr in Verbindung mit den Eltern, denn viele Schülerinnen und Schüler sind schon volljährig.