Projekt Wasserlauf der Jahrgangsstufe 6

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In Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club, der alle Ingelheimer Schulen zur Aktion „Wasser für Rarieda“ aufgerufen hatte, haben alle Schüler der Jahrgangsstufe mit großem körperlichem Einsatz den Wasserlauf am 15.03.2016 bewältigt.

Seit Mitte Februar hatten sich die Schüler mit dem Thema „Wasser“ auseinandergesetzt. In einer Auftaktveranstaltung, wurde den Schülern die Wassergewinnung in Ingelheim und die gesamte Wasserversorgung einer Stadt mit ca. 26000 Einwohner erklärt. Herr Bach vom Ingelheimer Wasserwerk konnte sehr anschaulich darstellen, wie viel Wasser ein durchschnittlicher Ingelheimer pro Tag verbraucht und was man leisten muss, um diese Wassermenge täglich in Topqualität bereitzuhalten.

Dazu brachte Herr Dr. Bormann den Schülern das allgemeinen Wissen zum Thema Wasserkreislauf und Wasserverteilung in der Welt näher, so viel Wasser und doch so wenig nutzbares Nass war schon eine neue Erkenntnis. Mit kleinen Versuchen und vielen Bildern wurde das Thema sehr anschaulich.

Herr Dr. Mengel brachte dann alles auf den Punkt, denn die sehr komfortable Wasserversorgung, die wir so selbstverständlich genießen, ist für die Menschen in Rarieda unmöglich. Hier holen zumeist die Kinder das Wasser aus dem Victoriasee, da es ein öffentliches Wasserversorgungsnetz nicht gibt. Dieses Wasser ist schmutz- und keimbelastet und führt immer wieder zu schweren Infektionskrankheiten.  Die Wasserträger der Familien sind in der Regel die Kinder. Ca. 40-50 l pro Tag müssen von ihnen, bis zu 6 km weit vom See, zu den Wohnungen ihrer Familien getragen werden. Mit dieser geringen Menge muss eine Familie einen ganzen Tag auskommen, incl. Nahrungszubereitung, Getränke und der Körperpflege. Die Zeit, die die Kinder dazu benötigen fehlt an der Zeit die sie zur Schule gehen können. Wertvolle Zeit, die für Bildung und Zukunftschancen verloren geht. (siehe auch Schülerbericht von Lennard Weinehl 6c)

Seit dieser Infoveranstaltung in der IGS-Mensa hatten die Schüler der 6. Klassen Zeit mit einer Spendenliste loszuziehen und Spender zu suchen, die bereit waren das Projekt zu unterstützen und sie waren erfolgreich: 1995 € Spendengelder konnten sie in knapp vier Wochen rekrutieren, zum Teil mit kreativen Ideen, wen  man alles fragen kann und um Unterstützung bittet. Mit dieser enormen Summe, die alle Ingelheimer Schulen toppte, zogen dann alle Sechser am 15.06.2016 ins Ingelheimer Yellow. Von dort ging es, nach einer Auftaktveranstaltung, zum Wasseraufbereitungswerk „Im Blumengarten“. Hier  konnten die Kinder vor Ort erfahren, wie die Wasseraufbereitung des Rheinwassers funktioniert und dann alle Instrumente mal ganz aus der Nähe sehen. Mit einem Frühstück (Brötchen, Äpfel und Getränken in warm und kalt) gestärkt, wurden dann die Rucksäcke aufgenommen und man startete einen   8km-Rundparcour zum Rhein, der Wasseraufnahmestelle am Rheinufer und dann zurück zum Wasserwerk. Fast alle nahmen die Last der sechs gefüllten Wasserflaschen mit je einem Lister auf sich und konnten so erfahren was es für die Kinder in Rarieda bedeutet, täglich diese Last und weit mehr, vom Victoriasee zum Wohnort  zu schleppen. Diese Strecke entspricht nahezu der Strecke, die wir dann fast lässig erwanderten.

Auch wenn man zwischendurch mal an die Last auf dem Rücken dachte, so hatte die angenehme Wanderatmosphäre die Last doch oft vergessen lassen und bei einigen sorgte der Anblick der Wasseraufbereitungsstation, für einen  Schlusssprint mit der 6l-Last auf dem Rücken.

Entlastet ging es dann zurück zum Yellow, wo der Scheck der gesammelten Spenden an Rotary übergeben wurde. Mit der Zusatzspende der Ingelheimer Betriebe konnten dann über 10.000€ an Rotary übergeben werden und der Bau des neuen Wasserspeichers in Rarieda ist sichergestellt. Für unsere Schüler war diese Sicherheit im Nachklang ein gutes Zeichen. Die Aktion hatte sich gelohnt,  Rarieda bekommt einen neuen Wasserspeicher und die Schulkinder neue Duschen und Toiletten in der Schule.

Einige Schüler freuen sich schon auf den Bericht aus Rarieda, denn DR. Mengel wollte sich melden, wenn er von seiner Reise zurück ist und vom Bau des Speichers berichten kann. Gerne begrüßen wir ihn wieder in der Schule. Außerdem hat er bei uns gelernt, dass ein Ruhezeichen dazu führt, dass (fast) alle Schüler leise sind. Davon war er schwer begeistert und probiert das jetzt auch in den Rotarysitzungen, man sieht, auch die Rotarier können was von der IGS lernen. Deshalb freuen wir uns schon auf ein neues Projekt.

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